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11. Mai 20124:44 Min.

Aspirin Sozialpreis für Projekt zur Behandlung traumatisierter Kinder des Zweiten Weltkrieges

Mit einer Internet-Schreibtherapie hilft die Initiative "Lebenstagebuch" traumatisierten Kindern des Zweitens Weltkrieges bei der Aufarbeitung ihrer Kriegserlebnisse und gewann den begehrten Bayer-Preis.

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Großer Beifall für Professor Dr. Christine Knaevelsrud vom Berliner "Behandlungszentrum für Folteropfer": sie hilft Menschen, die noch heute unter den schrecklichen Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs leiden. Mit ihrem Projekt "Lebenstagebuch" ist sie und ihr Team Gewinner des "Aspirin Sozialpreis 2012" der "Bayer Cares Foundation - überreicht von Bayer-Vorstandsmitglied Dr. Richard Pott in Berlin.

16,5 Millionen der heute über 65-Jährigen haben als Kinder den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Etwa jeder dritte leidet noch heute unter Depressionen und Ängsten. Mit dem "Lebenstagebuch" - einer kostenlosen Internet-Schreibtherapie - kann Betroffenen erfolgreich geholfen werden: ein weltweit einzigartiges Projekt.

Das "Lebenstagebuch" sei beispielhaft dafür - so Dr. Richard Pott bei der Preisverleihung - wie eine professionelle, wissenschaftlich abgesicherte und innovative Therapie einhergehe mit ehrenamtlichem Engagement.

Dr. Richard Pott, Im Bayer-Vorstand verantwortlich für Strategie und Personal: "Mit einer Initiative wie dem "Aspirin Sozialpreis” wollen wir gesellschaftliche Wertbeiträge dort unterstützen, wo es mit Arzneimitteln, mit Medikamenten alleine nicht getan ist. Denn es geht hier um Bedarfslagen, die sozialmedizinische und psychosoziale Aspekte betreffen, die Information und Aufklärung, unbürokratische Hilfe, Betreuung oder schlicht Anteilnahme verlangen."

Anteilnahme zum Beispiel für Menschen ohne festen Wohnsitz, die oft akut eine medizinische Versorgung benötigen, aber den Gang in die Arztpraxis scheuen. Ein Team aus Berliner Ärzten, Zahnärzten und Sozialhelfern hat sich zur Aufgabe gemacht, sie anonym und kostenlos zu behandeln. Dafür erhielt ihr Projekt "MUT Gesellschaft für Gesundheit" den zweiten Preis.

Ein weiteres ausgezeichnetes Projekt befasst sich mit der Suchtprävention bei Jugendlichen: im Mittelpunkt des Programms "Rebound – Meine Entscheidung" aus Heidelberg steht die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Schülern gegen Alkohol und andere Drogen. Das neuartige Projekt wurde von Lehrern und Schülern gemeinsam mit der Mentor-Stiftung Deutschland und der Universität Heidelberg entwickelt und mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Die Berliner Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner bedankte sich in ihrem Grußwort ausdrücklich für das Engagement der Preisträger, auf das die Gesellschaft auch in Zukunft angewiesen sei, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern.

In seiner Festrede hob Professor Dr. Holger Pfaff, Direktor des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität Köln hervor, dass gemeinnützige Projekte wie diese das menschliche Gesicht der Sozialmedizin darstellten und unverzichtbar seien.

Prof. Dr. Holger Pfaff, Direktor IMVR, Universität Köln: "Das formale Gesundheitssystem hinterlässt in Zukunft systematische Versorgungslücken – und die Hoffnung ist, dass die gemeinnützig Tätigen, die ehrenamtlich Tätigen in diesem Bereich diese Versorgungslücken schließen und die Preisträger heute zeigen, dass diese Versorgungslücke geschlossen werden kann."

Die drei Preisträger hatten sich unter 107 Bewerbern aus ganz Deutschland durchgesetzt und waren von einem unabhängigen Expertenrat aus zehn nominierten Projekten ausgewählt worden.

Mit dem Publikumspreis ehrte die "Bayer Cares Foundation" das "Ronald McDonald Haus" im Berliner Bezirk Wedding. Die Einrichtung bietet Familien von schwerkranken Kindern ein Zuhause auf Zeit in der Nähe der behandelnden Kliniken. Das Hilfsprojekt hatte in einem Online-Voting rund 20 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten und bekam dafür den mit 5.000 Euro dotierten Publikumspreis.

Dr. Richard Pott, Im Bayer-Vorstand verantwortlich für Strategie und Personal: "Mit unserem Preis wollen wir hervorragende Projekte auszeichnen, finanziell unterstützen und ihnen eine öffentliche Plattform bieten. Denn sie stehen für Innovation, Nachhaltigkeit, professionelles Projektmanagement und haben Modellcharakter für die Soziale Arbeit im Gesundheitsbereich."

Der mit insgesamt 35.000 Euro dotierte Aspirin-Sozialpreis 2012 in Berlin: eine Würdigung von Innovationen im Bereich der Sozialmedizin - und Unterstützung für den ehrenamtlichen Einsatz von Menschen wie Professor Dr. Christine Knaevelsrud , die tatkräftig vorangehen und dabei neue Wege gehen.

Am 1. September startet die Bewerbungsrunde für den "Aspirin Sozialpreis 2013".

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